MORE Framework

Das MORe Framework

Manifest

Wir entdecken bessere Wege, Anforderungen in agilen Projekten zu managen, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen.

Durch diese Arbeit haben wir gelernt, Wert zu schätzen:

  • Zusammenarbeit mit Stakeholdern über formale Dokumentation
  • laufende Verfeinerung von Anforderungen über einmalige Spezifikationen
  • Just-in-time-Analyse über vollständige Vorabdefinition
  • gemeinsames Verständnis im Team über individuelle Verantwortung
  • nutzbarer Mehrwert über perfekte Anforderungen

Das heißt: Obwohl die Werte auf der rechten Seite wichtig sind, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.

MORe überträgt diese agile Haltung auf reguliertes Anforderungsmanagement: Anforderungen sollen nicht schwerer, sondern nachvollziehbarer werden.

Agile Grundhaltung

Wir entdecken bessere Wege, Anforderungen in agilen Projekten zu managen.

Wir entdecken bessere Wege, Anforderungen in agilen Projekten zu managen, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen.

Durch diese Arbeit haben wir gelernt, Wert zu schätzen:

  • Zusammenarbeit mit Stakeholdern über formale Dokumentation
  • laufende Verfeinerung von Anforderungen über einmalige Spezifikationen
  • Just-in-time-Analyse über vollständige Vorabdefinition
  • gemeinsames Verständnis im Team über individuelle Verantwortung
  • nutzbarer Mehrwert über perfekte Anforderungen

Das heißt: Obwohl die Werte auf der rechten Seite wichtig sind, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.

MORe überträgt diese agile Haltung auf reguliertes Anforderungsmanagement: Anforderungen sollen nicht schwerer, sondern nachvollziehbarer werden.

Werte

Zusammenarbeit mit Stakeholdern über formale Dokumentation

Laufende Verfeinerung von Anforderungen über einmalige Spezifikationen

Just-in-time-Analyse über vollständige Vorabdefinition

Gemeinsames Verständnis im Team über individuelle Verantwortung

Nutzbarer Mehrwert über perfekte Anforderungen

Prinzipien

  1. Kundennutzen im Fokus

Anforderungen werden entlang des geschäftlichen Mehrwerts priorisiert und regelmäßig überprüft.

  1. Frühzeitige und kontinuierliche Zusammenarbeit

Stakeholder werden aktiv in die Anforderungsdefinition, Validierung und Verfeinerung einbezogen.

  1. Iteratives Lernen

Anforderungen entstehen, reifen und verändern sich im Prozess. Veränderungen werden als Chance verstanden, nicht als Störung.

  1. Transparenz

Anforderungen sind für alle Projektbeteiligten verständlich, sichtbar und nachvollziehbar dokumentiert.

  1. Gemeinsame Verantwortung

Fachbereiche, Product Owner, Entwickler und Requirements Engineers tragen gemeinsam zum Verständnis bei.

  1. Lean und Just-in-Time

Anforderungen werden im richtigen Detaillierungsgrad und zur richtigen Zeit ausgearbeitet. Nicht früher, nicht später.

  1. Definition of Ready und Akzeptanzkriterien

Anforderungen sind erst dann bereit für die Umsetzung, wenn klare, überprüfbare Kriterien definiert sind.

  1. Feedbackgesteuerte Entwicklung

Anforderungen werden regelmäßig anhand von Ergebnissen, Feedback und Daten überprüft und angepasst.

  1. Technikverständnis fördern

Requirements Engineers verstehen technische Zusammenhänge, um Anforderungen realisierbar und testbar zu formulieren.

  1. Werkzeuge bewusst nutzen

Tools wie Backlogs, Story Maps, Use Cases oder Modellierung unterstützen, ersetzen aber nicht das Gespräch.

Rollen

MORe unterscheidet Rollen, um Klarheit über Verantwortlichkeiten im Anforderungsprozess zu schaffen.

Product Owner: Priorisierung und Stakeholder-Sicht

Verantwortlich für die Priorisierung und geschäftliche Bewertung von Anforderungen. Bringt die Sicht der Nutzer und Stakeholder ein.

Requirements Engineer: Bindeglied zwischen Business und Technik

Übersetzt Geschäftsbedürfnisse in verständliche, testbare und technisch realisierbare Anforderungen. Vermittelt zwischen Business und Technik.

Development Team: Umsetzungsfeedback und Verfeinerung

Liefert Feedback zur Umsetzbarkeit und sorgt für ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen. Unterstützt bei Verfeinerung und Umsetzung.

Stakeholder: Anforderungen einbringen und validieren

Fachbereiche, Kunden oder Nutzer, die Anforderungen einbringen, validieren und Abnahmeentscheidungen treffen.

Agile Facilitator: Moderation optional

Unterstützt bei der Strukturierung und Moderation der MORe-Aktivitäten. Die Rolle kann zum Beispiel vom Scrum Master übernommen werden.

Ereignisse

Diese Ereignisse helfen, Anforderungen kontinuierlich zu identifizieren, zu verfeinern und iterativ umzusetzen.

Bedarfs-Workshop: Neue Anforderungen identifizieren

Ziel ist es, neue Anforderungen zu identifizieren, zu kontextualisieren und grob zu priorisieren. Stakeholder und Product Owner stehen dabei im Dialog. Die Durchführung erfolgt nach Bedarf, zum Beispiel monatlich oder zu Projektbeginn.

Verfeinerung: Zerlegen, diskutieren, anreichern

Ziel ist es, Anforderungen zu konkretisieren, zu zerlegen, mit Akzeptanzkriterien zu versehen und technisch zu diskutieren. Die Verfeinerung erfolgt iterativ und regelmäßig, zum Beispiel wöchentlich.

Backlog-Review: Überprüfen und umpriorisieren

Ziel ist die Überprüfung der vorhandenen Anforderungen im Backlog. Anforderungen können umpriorisiert, ergänzt, geschärft oder archiviert werden. Der Fokus liegt auf Relevanz und Reife.

Rollout-Planung: Anforderungen zur Umsetzung vorbereiten

Ziel ist die abgestimmte Vorbereitung von Anforderungen, die in die Umsetzung oder Auslieferung gehen. Die Rollout-Planung bildet den Verbindungspunkt zwischen Anforderungsmanagement und Entwicklung.

Requirement Cycle

Der Requirement Cycle ist ein wiederkehrender Zyklus von zwei bis drei Wochen zur strukturierten Arbeit mit Anforderungen.

Die Schritte sind:

  • Identifikation
  • Analyse
  • Abstimmung
  • Verfeinerung
  • Definition of Ready
  • Feedback
  • Übergabe
  • Abschluss mit Review und Planung

Ziele des Requirement Cycles

  • Anforderungen identifizieren, analysieren und priorisieren
  • Abstimmung mit Stakeholdern sicherstellen
  • Anforderungen verfeinern, zum Beispiel als User Stories, Use Cases oder Modelle
  • Umsetzungsreife durch Definition of Ready erreichen
  • Feedback einholen, zum Beispiel durch Prototyping, Reviews oder Workshops
  • Anforderungen an die Entwicklung übergeben oder zur Umsetzung freigeben

Jeder Cycle endet mit einem Review und Planning. Dabei wird reflektiert, was fertig vorbereitet ist und was im nächsten Cycle behandelt wird.

Vorteile des Requirement Cycles

  • Fördert ein iteratives, lernorientiertes Arbeiten an Anforderungen
  • Verbindet strategisches Denken mit operativer Umsetzung
  • Schafft Rhythmus, Struktur und Transparenz
  • Erlaubt flexible Reaktion auf neue Erkenntnisse oder Änderungen

Artefakte

MORe arbeitet mit wenigen, aber belastbaren Artefakten. Entscheidend ist nicht die Menge der Dokumentation, sondern die Nachvollziehbarkeit des Zusammenhangs.

In MORe ist nicht nur das Artefakt relevant, sondern seine Verbindung zu den anderen Artefakten.

Anforderungs-Backlog

Das Anforderungs-Backlog sammelt und priorisiert alle bekannten Anforderungen. Es schafft Transparenz darüber, welche Anforderungen existieren, welchen Status sie haben und welche als nächstes bearbeitet werden.

Story Map

Die Story Map ordnet Anforderungen entlang von Nutzerwegen, Geschäftsprozessen oder fachlichen Abläufen. Sie hilft, Zusammenhänge zu erkennen und Anforderungen nicht isoliert zu betrachten.

Use Cases

Use Cases beschreiben, wie Nutzer, Systeme oder Rollen mit einer Funktion interagieren. Sie machen fachliche Abläufe verständlich und helfen, Anforderungen aus konkreten Anwendungssituationen abzuleiten.

Modelle und Diagramme

Modelle und Diagramme visualisieren Prozesse, Datenflüsse, Schnittstellen oder fachliche Strukturen. Sie reduzieren Missverständnisse und unterstützen ein gemeinsames Verständnis zwischen Fachbereich, Requirements Engineering und Entwicklung.

Definition of Ready

Die Definition of Ready beschreibt, wann eine Anforderung reif genug für die Umsetzung ist. Sie verhindert, dass unklare, unvollständige oder nicht prüfbare Anforderungen zu früh in die Entwicklung gehen.

Akzeptanzkriterien

Akzeptanzkriterien machen überprüfbar, wann eine Anforderung fachlich erfüllt ist. Sie verbinden Anforderungsbeschreibung, Umsetzung, Test und Abnahme.

Dokumentation

Die Dokumentation hält fachliche Entscheidungen, Annahmen, Klärungen, Änderungen und Nachweise fest. Sie entsteht während der Arbeit an der Anforderung und nicht nachträglich als Rekonstruktion.

Traceability-Link

Der Traceability-Link ist das verbindende Artefakt in MORe.

Er verknüpft Anforderungen mit den zugehörigen Entscheidungen, Modellen, Akzeptanzkriterien, Tests, Abnahmen, Änderungen und Produktionsnachweisen.

Dadurch entsteht Nachvollziehbarkeit nicht durch einzelne Dokumente, sondern durch die belastbare Verbindung zwischen ihnen.

Der Link macht sichtbar, wie aus einem fachlichen Bedarf eine umgesetzte, getestete, abgenommene und produktiv nachweisbare Änderung wurde.